April Newsletter
3 Fragen an Katharina Reuter
Kreislaufwirtschaft, Sustainable Finance und Energiewende sind große Worte. Doch was bedeuten sie konkret für unsere Zukunft? Wo werden die Weichen für eine Wirtschaft gestellt, die nicht nur auf Profit, sondern auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung setzt? Genau hier setzt der Sustainable Economy Summit am 21. und 22. April an. Bei diesem Gipfeltreffen[TS1] im Berliner AXICA kommen rund 450 Entscheider:innen aus Wirtschaft und Politik zusammen, um genau diese Fragen zu diskutieren und Lösungen voranzutreiben. Statt zu vertagen, wollen sie umbauen und vorangehen. Wir wollten von Geschäftsführerin Katharina Reuter wissen, welche Visionen diese Vordenker:innen antreiben und was von diesen großen Ideen bald in unserem Alltag ankommen wird.
Name: Katharina Reuter
Wohnort: Hohen Neuendorf
Alter: 49
Beruf: Geschäftsführerin Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft BNW e. V. und Geschäftsführerin Sustainable Economy gGmbH
Mein liebster Upcycling-Hack: Kaputte T-Shirts zu Putzlappen, Versandkartons als Höhlen und Spielzeug für meine beiden Kater
Mein größter, unverzichtbarer Luxus: Gutes Essen
Mein Lieblingsort in Berlin: Die Havel in Konradshöhe, da bin ich aufgewachsenInspiration finde ich: Bei den BNW-Mitgliedsunternehmen; jeden Tag aufs Neue, das ist echt so großartig!
Inspiration finde ich: Bei den BNW-Mitgliedsunternehmen; jeden Tag aufs Neue, das ist echt so großartig!
Der Sustainable Economy Summit bringt Entscheider:innen aus Wirtschaft und Politik zusammen. Wie schaffen Sie es, die dort diskutierten Visionen für uns alle greifbar zu machen?
Der Sustainable Economy Summit versteht sich als Ort, an dem nicht nur diskutiert wird, sondern vor allem konkrete Lösungen sichtbar werden. Unternehmen, die heute schon zeigen, wie nachhaltige und kreislauffähige Geschäftsmodelle funktionieren, treffen hier auf Politik. Durch interaktive Formate wie die Open Stage oder das Summit Studio schaffen wir Räume, in denen Teilnehmende ihre eigenen Perspektiven und Lösungen einbringen können. Gleichzeitig entstehen neue Allianzen und Kooperationen, die über den Summit hinauswirken. Viele Unternehmen sind in der Praxis bereits weiter, als oft angenommen wird – genau das machen wir sichtbar.
Auch in der Organisation des Summit selbst achten wir besonders auf Ressourcenschonung und verfolgen von der Konzeption, über die Veranstaltungsorganisation bis hin zur Durchführung des Events das übergeordnete Nachhaltigkeitsprinzip „Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren“. So verzichten wir zum Beispiel auf gedruckte Broschüren und Flyer, bieten nur vegetarische und vegane Speisen an, unterstützen umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten und gleichen am Ende alle angefallenen Emissionen aus.
Welche Botschaft haben Sie für die Berliner:innen, die im Alltag einen Beitrag leisten wollen?
An etwas Positivem mitzuwirken, ist ansteckend – und gerade Berlin bietet dafür unzählige Möglichkeiten. Bio-Lebensmittel kaufen, Reparieren statt Wegwerfen oder das Teilen von Ressourcen sind konkrete Hebel, um Kreisläufe zu stärken. Ob Repaircafés, Kiez-Initiativen oder urbane Begrünungsprojekte wie Tiny Forests: Es gibt viele Orte, an denen man direkt aktiv werden kann.
Das World Ressource Institute hat eine super Übersicht zum Klimaschutz erstellt – den größten Impact haben diese Punkte: Go car-free, fly less, Umstellung auf erneuerbare Energien und E-Mobilität. Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass es auf die politischen Rahmenbedingungen ankommt. Wichtig ist deshalb, beides zusammenzudenken!
Ihr Motto lautet „Unternehmen, die Teil der Lösung sind“. Was ist Ihr wichtigster Appell an die Wirtschaft, um den Wandel hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen und über Konferenzen hinaus ins Handeln zu kommen?
Viele Unternehmen sind längst auf dem Weg und zeigen, wie kreislauffähiges Wirtschaften in der Praxis funktioniert. Dieses Engagement braucht Rückenwind. Entscheidend sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, die nachhaltige Geschäftsmodelle stärken, statt sie auszubremsen. Hier wird leider gerade ziemlich rumgeeiert – zum Beispiel könnte die Bundesregierung das Thema „öffentliche Beschaffung“ stärken. Denn hier läge ein großes Potenzial, wenn öffentliche Aufträge, die Beschaffung aller Ministerien usw. ganz klar nach nachhaltigen Kriterien erfolgen würde. Ich hoffe, dass über Initiativen wie dem EU Circular Economy Act hier nochmal neuer Schwung reinkommt.
Ah – und mein wichtigster Appell an die Wirtschaft ist: Macht deutlich, dass ihr für die Einführung des Digitalen Produktpasses noch Unterstützung braucht. Dieser innovative Ansatz kann ein Gamechanger für die Kreislaufwirtschaft werden, aber nur, wenn wir die Unternehmen dabei unterstützen.