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DREI FRAGEN AN VERONIKA PFENDER

  
Veronika Pfender, Portrait, Gründerin von dotch
Copyright: Nico Wöhrle/dotch

Veronika Pfender ist Mitgründerin von dotch. Zusammen mit ihren beiden Compagnions André und Tim sorgt sie dafür, dass möglichst viele Lebensmittel in Mehrweg aus Glas verpackt sind. Klingt simpel. Ist aber harte Arbeit. Denn damit aus Recycling echte Kreislaufwirtschaft wird, braucht es etwas, das hierzulande selten ist: Die Lust auf Veränderung. Die Kunst, Visionen der Realität anzupassen. Den Willen, immer wieder Lösungen zu finden, die zwischen Entweder und Oder liegen.

Name: Veronika Pfender
Alter: 38
Wohnort: Berlin
Beruf: Co-Geschäftsführerin dotch GmbH

Mein Spitzname: Nika
Meine Superkraft: Pragmatischer Optimismus
Der beste Rat, der mir je gegeben wurde: Either it's a Hell Yes! or it's a No!
Einer meiner Lieblingsorte in Berlin: Panke-Radweg
Mein erstes Mehrwegprodukt: die Perlenflasche
Was ich nie wieder kaufen würde: Eine Flasche der US-Firma Fiji Water

Dotch. Das klingt niedlich. Erklären Sie uns dotch, als wären wir fünf Jahre alt.

Mama oder Papa kaufen dir ein Glas Schokocreme. Du isst die Schokocreme nach und nach leer. Dann schmeißt du das Glas in den Müll. Für die Umwelt ist das schlecht. Weil für jede Schokocreme immer wieder ein neues Glas gemacht werden muss. Dotch will dafür sorgen, dass Gläser nicht nur einmal benutzt werden, sondern mehrmals. Wenn du die  Schokocreme aufgegessen hast, gibst du das leere Glas im Laden zurück. Das Glas wird sauber gemacht. Neue Schokocreme wird eingefüllt. Dann steht das frische Glas im Regal.

Wenn ein Kind das versteht, was verstehen dann die Erwachsenen nicht daran, die Mehrweg-Ideen umsetzen könnten?

In der Praxis scheitert Mehrweg, wenn man nur mit der Idee kommt, aber keine Antworten auf die Frage hat: Wie kriegen wir das so hin, dass es für Konsument:innen bequem, für den Handel machbar und für Hersteller:innen wirtschaftlich ist? Mehrweg muss für alle Beteiligten so bequem sein und so verlässlich funktionieren wie Einweg. Genau da setzen wir mit dotch an. Wir machen Mehrweg so einfach wie Einweg.

Dafür habt Ihr beim „Green Buddy Award“ in der von der BSR ausgelobten Kategorie „Abfallvermeidung und Re-Use“ gewonnen. Was hat die Jury überzeugt, dass dotch tatsächlich dafür sorgt, dass Mehrweg bei vorverpackten Lebensmitteln zum Standard wird?

Dass wir Mehrweg nicht als schöne Idee erzählen, sondern als funktionierendes System bauen. Mehrweg ist eine Teamaufgabe: Rückgabe, Logistik, Reinigung, Pfandhandling – das klappt nur über Kooperationen entlang der gesamten Kette. Wir nehmen diese Komplexität ernst und reduzieren sie für unsere Partner:innen. Unser Mehrwegsystem für Speiseölflaschen zum Beispiel ist seit 2023 am Markt. Fast alle Bio-Großhändler und Bio-Filialisten in Deutschland haben das System gelistet. Für uns heißt echte Kreislaufwirtschaft, dass Behältnisse in echten Kreisläufen gehalten werden.

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